Der Ziergarten ist der nah am Haus gelegene Gartenteil. Er ist die Verbindungsstelle zwischen Haus- und Gartenarchitektur. Es spricht für die Einmaligkeit der Niersteiner Siesmayer-Anlage, dass offenbar Haus- und Gartenarchitekt schon im Planungsstadium zusammenarbeiteten. Ihr Bestreben war, so bruchfrei wie möglich zu arbeiten, zum Gelingen des Gesamtkunstwerks. Daher schufen sie Spalierbauten nicht nur im Garten, sondern als Teil der repräsentativen Gartenfassade selbst. Die Architekten kreierten damit Gartenräume auch als Teil der Hausinnenarchitektur. Der Garten wurde erlebbar an das Haus geholt.

Durch den Ziergarten am Haus führen geschwungene Fahr- und Fußwege, die verschiedene Sichtachsen auf die Gebäude ermöglichen. Für Siesmayer und seine Zeit typisch ist die reiche Ausstattung mit Ziergehölzen und Pavillons, die in seiner Werkstatt gefertigt wurden.

Teile des ursprünglichen Baumbestandes sind erhalten geblieben. Besonderer Wert wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf das Farbenspiel kontrastierender Bäume und Sträucher gelegt. Nachpflanzungen an Gehölzen sind besonders in der verarmten Strauchschicht unausweichlich geworden.

Mittig vor den beiden Hauptgartenfassaden müssen jeweils Schmuckbeete gelegen haben. Es wurden wegebegleitende Palmetten- und Arabeskenformen gewählt, wie sie Siesmayer in seiner mittleren Schaffensperiode verwendete. An der Nordfassade wird ein dort nachgewiesenes Brunnenbecken den Mittelpunkt der Beetornamentik bilden.
 

Weitere Informationen

  Gartendenkmalpflegerische Vertiefungsstudie zum Ziergarten | Vertiefungsstudie von Dr. habil. C. A. Wimmer

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