Heute zeigt sich das Haus im Gewand einer Villa, das ihm Christian Ludwig Lauteren und sein Architekt Carl Wetter 1861 gegeben haben. Der Architekt hatte jedoch die älteren Bauteile des 18. Jahrhunderts zu verwenden, von denen sich noch allenthalben Spuren finden, auch wenn sie nicht offen zu Tage treten. Der linke Flügel wurde vom herrschaftlichen Wohnteil abgetrennt, in den Festräumen des Mittelflügels im Erdgeschoss entstand eine komfortable und geräumige Kelterhalle, von deren Funktion man aber von außen nichts sah. Im neu aufgeführten Obergeschoss und im rechten Flügel wurden die eigentlichen Wohn- und Gesellschaftsräume eingerichtet. Zum Rhein hin wurde ein Turm mit einem kleinen Turmstübchen angebaut. Das Raumprogramm nahm darauf Rücksicht, dass die Familie Lauteren in Mainz ihren Hauptwohnsitz hatte und sich nicht ständig in Nierstein aufhielt.

Stilistisch wählte man das Erscheinungsbild einer italienischen Villa, stellenweise durchsetzt mit leicht gotischen Elementen. Die Architektur ist stark vom Potsdamer Villenstiel geprägt, den Karl Friedrich Schinkel und Ludwig Persius deutschlandweit beliebt machten.
 

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  Vertiefungsstudie zur Villa Lauteren | Vertiefungsstudie von Dr. habil. C. A. Wimmer

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